Der Bruch der Welt

In den ersten Jahrzehnten nach der Geburt der sterblichen Völker veränderte sich das Land des großen Kontinents Iviriath stetig.

Immer mehr Gebiete wurden erkundet. Die Clans, Stämme und Sippen der unterschiedlichen Völker ließen sich nieder und wurden sesshaft. Langsam wuchsen einfache Siedlungen zu ersten Dörfern. Ein jedes Volk lebte, lernte und entwickelte sich nach seiner Art. Austausch von Wissen und Fähigkeiten ließ den ersten Handel entstehen und mit Hilfe der Arwah, die immer wieder kurzweilig auf dem Kontinent verweilten, entwickelte sich die Völker zu einer fest miteinander verwobenen Zivilisation.

Prunkvolle, kulturelle und elegante Bauwerke formten sich zu prächtigen Städten. Ein jedes Volk präsentiere seine eigene Art voller Stolz und voller Demut vor den Göttern.

So beschloss Firya den sterblich Völkern die Gabe der Magie zu schenken. Ein Geschenk, das es den Völkern möglich machen sollte, die göttliche Kraft, die in allem Sein der Welt lag zu nutzen und zu lenken.

Es war ein goldenes Zeitalter der Entstehung und des friedlichen miteinander.

Doch als die Arwah immer seltener nach Iviriath kamen und sich immer weniger in das Geschehen der Welt einmischten, schien sich die Stimmung unter den Völkern zu verändern…

Verständnis wurde zu Unmut, Entschlossenheit zu Zweifeln und es dauert nicht lange, bis Streit unter den Völkern ausbrach. Streit, der Hass säte und schließlich in blutige Kämpfe ausartete.

Firya beobachtete das Geschehen der Welt von ihrem Sitz in Celestil.

Die Arwah baten Firya voller Ehrfurcht nach Iviriath hinabzusteigen und dem Hass ein Ende zu bereiten. Doch Firya, war nur allzu bewusst, das jedes Licht auch eine Schattenseite besitzen muss und so beschloss sie schweren Herzens sich nicht in die Auseinandersetzungen einzumischen.

Doch entgegen Firyas Hoffnung schwand der Frieden und das Licht immer mehr… und in ihrem Wahn erkannten die Völker nicht ihre Fehler… lernten nicht aus den Konsequenzen ihrer Handlungen…

Als die sterblichen Völker schließlich nicht mehr beteten für den Frieden, sondern in ihren Gebeten die Götter anklagten, und ihnen die Schuld an den Kriegen gaben, erweckte dies auch in Firya den Argwohn.

Als die sterblichen Völker schließlich selbst die Magie, die ihnen Firya geschenkt hatte, in einem gewaltigen Ritual zu einem Instrument des Krieges machten, entbrannte in Firya die gewaltige Wut!

Noch bevor das Ritual beendet worden war, entriss sie den Völkern die Gabe, die sie ihnen einst Geschenkt hatte.

Unkontrolliert entwich die Magie des Rituals und ließ das Land des Kontinents bersten… Erdbeben erschütterten den Boden, Stürme fegten über Landstriche hinweg, Flutwellen überströmten ganze Gebiete und Vulkane bedeckten das Land mit Magma und Asche… der Kontinent Iviriath zerbrach in tausende Scherben… Städte gingen unter und nur weniges erinnerte an die Pracht Iviriath. Sippen, Clans und Familien waren getrennt voneinander auf den einzelnen Bruchstücken des Kontinents, umgeben von vielen tausend Meilen von Wasser. Die wenigen Überlebenden der sterblichen Völker erkannten diese Strafe der Götter… und die Nebelsee, die einst das Land umschlossen hatte, ward von diesem Tage an nur noch das Splittermeer genannt.