Die Neuordnung der Welt

Valverahs – Die Nacht der Scherben…

Valverahs… dies war der Name, mit dem die Ereignisse des Bruchs der Welt in Erinnerung bleiben sollten…

Geschichten, aus den Tagen unmittelbar nach Valverahs gäbe es nicht, so heißt es… und so es sie doch gäbe… wären sie wohl zu sehr erfüllt von Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Grausamkeit, als das es je ein Sterblicher wagen würde sie zu erzählen. Denn es war eine stille und dunkle Zeit, geprägt von entsetzlicher Angst und tiefer Trauer, unbändiger Wut und verzweifeltem Bedauern.

Der Ungehorsam gegenüber Firyas Gebot, die Welt und alles was den sterblichen Völkern mit ihr Geschenkt worden war, zu achten und zu ehren hatte seinen Tribut gefordert. Der einst so große Kontinent Firyath war geborsten und trieb zersplittert zu vielen Inseln im endlosen Splittermeer.

Jetzt formten die tobenden Elemente und die wild fließende Ströme von Magie die einst Firyath durchzogen hatten, die Welt neu.

Die Wenigen, die Valverahs lebend überstanden hatte, waren auf den Bruchstücken des alten Kontinents gefangen.

Die stolzen Schiffe, die, die sterblichen Völker einst ihr Eigen genannten hatte, waren von der See verschlungen, oder an den Küsten zerschellt.

Zudem war den Sterblichen die Welt nun so Fremd, dass sie fürchteten, selbst wenn sie ein seetaugliches Schiff besäßen ins Nichts hinaus zu fahren und einen elenden, qualvollen Tod auf hoher See zu erleiden.

So blieb den Überlebenden nicht weiter übrig, als die Bruchstücke Firyaths als neue Heimat zu sehen.

Es dauerte lange Zeit bis die ersten neuen Siedlungen entstanden, ganz ohne die Errungenschaften und die Magie, die die sterblichen Völker vor Valverahs besessen hatten.

Das Fehlen von Ordnung, Recht und Gesetz erschwerte das Leben zusätzlich.

So vergingen viele Jahre, die geprägt waren von Verzicht, Anpassung und Bescheidenheit, bis sich die sterblichen Völker einen neuen Lebensraum erschlossen und eine neue Heimat aufgebaut hatten.

Als diese Hürde gemeistert war, wurde das Leben vielerorts wieder ein wenig leichter und die neugeborenen Generationen brachten neuen Mut und Zuversicht mit sich.

Als schließlich auf einigen Inseln wieder Kinder geboren wurden, die Einfluss auf die Magie ausüben konnten, loderte der Glaube an Firya und die Arwah wieder auf!

Auch wenn diese Kinder nicht so machtvoll waren wie die Magier zu den Zeiten des großen Kontinents, so waren sie doch für viele Sterbliche ein Zeichen göttlicher Gnade.

Dies läutete auf vielen Inseln die Wende ein. Die neue Welt sollte nicht länger ein Ort allein von Reue und Trauer sein. Viel mehr wollten viele Inselbewohner sie nun als ein weiteres Geschenk der Götter betrachten. Ein Geschenk das nun angenommen, entdeckt und erkundet werden sollte.

Schiffe wurden gebaut und stachen in See, auf der Suche nach neuen Seewegen und anderen Inseln. Doch das Splittermeer war wesentlich tückischer, unberechenbarer und gefährlicher als die sterblichen Völker es von der Nebelsee in Erinnerung hatten.

Doch der neue entflammte Mut ließ sich nicht so einfach im Keim ersticken!

Als schließlich die ersten Seewege gefunden waren und die Völker wieder aufeinander trafen bemerkten die Bewohner Iviriaths, das sie in all die Zeit einem Irrtum erlegen gewesen waren… Nicht das Zerbrechen der Welt war die Strafe der Götter gewesen… Das Opfer, das die Götter den sterblichen Völkern abverlangt hatten, war… die Entfremdung… Sowohl Menschen als auch Zwerge, Orks, Nymphen und Dhiragoni waren sich gegenseitig fremd geworden…

Ein neues Band zu weben, das alle Völker miteinander verbinden könnte, würde zu einer Aufgabe werden… deren Mühen sich bis zum heutigen Tage erstrecken würden.