Die Noctra – Die Schattennymphen

Schon als sich die einzelnen Völker der Nymphen bildeten, waren jene Nymphen, welche Firyas Magie im Licht des Mondes und im Schatten der Nacht spüren als Noctra bekannten.

Für viele Bewohner Iviriaths stellen die Noctra das geheimnisvollste und mystische der sterblichen Völker dar.

Die Noctra selbst stehen ihrer Art zu Leben jedoch lediglich mit Pflichtbewusstsein, Ehrfurcht und Hingabe gegenüber. Dies gilt besonders für die Frauen der Schattennymphen.

Für sie stellt der Glauben an den Arwah Aran schon von Geburt an, ihren Lebensmittelpunkt dar. Nichts verehren die Noctra so sehr, wie den Gott der Nacht.

Zurück geht dieser starke Glaube auf die Noctra Arleandra, die in den frühen Tagen des großen Kontinents lebte. Sie war eine starke, hübsche und äußerst gläubige Kriegerin, die auch die stärksten Männer mit ihren Dolchen gnadenlos niederstrecken konnte.

In einer Geschichte aus der alten Zeit heißt es, Arleandra zog aufgrund ihrer Stärke und Schönheit die Aufmerksamkeit des Arwah Aran auf sich. Dieser wanderte zur damaligen Zeit noch auf dem großen Kontinent umher und war den Noctra von je her sehr zugeneigt. Da sie ihn im Gegensatz zu vielen anderen Völkern nicht fürchteten, sondern ihn sehr verehrten.

Arleandra trat dem Gott voller Demut entgegen und als der Gott die Gegenwart der hübschen Nymphe immer öfter suchte, verliebte sie sich in ihn. Auch dem Arwah Aran war es kaum möglich die große Zuneigung, die er für die hübsche Schattennymphe hegte, zu verbergen.

Doch da es dem Gott nicht gegeben war für längere Zeit in der Welt der sterblichen zu verweilen, kehrte er schon bald in seine Festung in den Gemäuern von Inferis zurück.

Arleandra klagte und flehte den Arwah an, ihn nach Inferis begleiten zu dürfen und schließlich gelang es der Nymphe sein Herz zu erweichen. Sie stieg mit ihm hinab nach Infernis, doch wie der Gott bereits befürchtet hatte, erging es ihr in seiner Welt ebenso wie ihm in der ihren. Und auch wenn er mit Firya und den Gesetzen der Welten haderte, erkannte er, das es Unmöglich sein würde für sie zusammen zu bleiben.

Als letzten Ausweg segnete er seine Liebste mit einem mächtigen Zauber, der ihr die Macht verlieh ihren Körper durch die magische Kraft von Runen, welche er auf ihre Haut zeichnete zu stärken. Doch auch dieser Zauber konnte die lebensfeindliche Natur der Gemäuer von Inferis nicht überwinden.

Um Arleandras Leben zu retten, brachte er sie wieder zurück in ihre Welt, wo er sie verließ und um ihr nicht unnötigen Schmerz oder falsche Hoffnung zu bereiten, nie wieder zu ihr zurückkehrte.

Lediglich die Runen auf ihren Schultern, den Armen und Händen und auch auf dem Rücken, die ihr Aran auf die Haut gezeichnet hatte, blieben ihr. Sie verblassten nicht, ließen sich nicht fort waschen und verloren auch bis an ihr Lebensende nicht an Kraft.

Wenn sie die Magie im Kampf brauchte, begannen die Runen zu glühen. Sie zogen die Magie aus den Schatten und machten Arleandra, die ohnehin eine unfassbar starke Kriegerin war, um ein vielfaches schneller und stärker.

Gewappnet mit der Kraft ihres Segens beschloss Arleandra schließlich ihre Trauer hinter sich zu lassen und wurde mit der Kraft ihrer Magie zu einem Schild, welches das Volk der Noctra schützte.

Sie gewann viel Anhänger und Anhängerinnen und machte sich auf dem gesamten großen Kontinent einen Namen.

Viele Noctra wurden und werden noch heute von den Taten der Arleandra inspiriert, welche die Heldin in vielen Geschichten der Noctra ist.

Aus dem Wunsch heraus genauso stark zu werden wie ihre Heldin üben sich oftmals schon die Kinder in den Kampfkünsten. Und lernen es Dolche, Messer und Kurzschwerter todbringend zu schwingen. 

Kurz bevor es zu den ersten Schlachten zwischen Menschen und Zwerge kam, gelang es einer kleinen Gruppe von Nocra ein Ritual zu vollenden, durch welches der Träger des Rituals ebenfalls magische Runen erhielt.

Zwar waren sie längst nicht so mächtig wie die Runen der Arleandra, denn im Gegensatz zu Arleandra mussten die Trägerinnen der neuen Runen regelmäßig im Licht des Mondes baden, um ihre Runen mit Magie an zu füllen. Trotzdem waren dieses neuen Runen in der Lage ihnen eine ganz andere Art des Kämpfens zu ermöglichen.

Die Macht der Runen, welche nun Mondrunen genannt wurden, machten die Noctra, welche sie trugen, zu schnellen und starken Kriegern, die töten konnten noch bevor der Feind sie überhaupt bemerkt hatte.

Als diese Noctra in den Kampf um die Stadt Avirath eingriffen, um die Artefakte der Nymphen zu schützen, wendete sich das Blatt für die Nymphen. Sie konnten die Angreifer rasch zurück schlagen und die Stadt konnte bis zu den Ereignissen von Valverahs gehalten werden.

Doch auch die Noctra blieben, wie alle sterblichen Völker, nach Valverahs nicht vom Verlust ihrer Magie verschont.

Die Mondrunen, die sie gerade erst erschaffen hatten, schienen für immer verloren.

Dies hielt die kriegerischen Nymphen jedoch nicht davon ab, ihren Glauben zu bewahren, und an ihre Sitten und Gebräuche fest zu halten.

Als viele Jahre nach Valverahs die Magie ihren Weg zurück fand, rotteten sich allerorts die Noctra zusammen.

Als es letztlich einer kleinen Gruppe von Noctra gelang einige Schriftrollen aus einem versunkenen Tempel der alten Zeit zu bergen, gründete sich eine Gruppe von Schattennymphen, die sich selbst die Noctrissa – die Schwesternschaft der Schatten – nannten. Von einigen Vertretern auch Töchter des Aran genannt.

Durch die Entschlüsselung der Schriftrollen erlangten sie das Wissen über das alte Ritual der Mondrunen zurück.

In der heutigen Zeit sind die Noctrissa die größte Fraktion der Schattennymphen. Der Weg in Schwesternschaft ist langwierig, schmerzhaft und gespickt mit sehr harten und gefährlichen Aufgabe. Doch auch wenn der Weg bis zum Erhalt der Mondrunen lang ist, gehen ihn die Noctra egal wie schwer es ist, Schritt für Schritt, ohne zurück zu blicken.

Äußeres der Noctra

Im Gegensatz zu den anderen Völkern der Nymphen folgen die Noctra auch was ihre Kleidung betrifft festen Regeln.

Die gewöhnlichen Bürger der Noctra tragen einfache, recht schmucklose Kleidung aus dunklen Stoffen oder Wolle, je nach den klimatischen Gegebenheiten. Hosen, Hemden, Kleider und Röcke, welche bequem zu tragen sind. Bevorzugt werden Farben wie dunkelblau, dunkelgrau oder schwarz.

Das Tragen von auffälliger, bunter Kleidung oder das Tragen von pompösen Schmuckstücken gilt als unschicklich. Sowohl Männer als auch Frauen tragen oftmals langes Haar, das zusammengebunden und geflochten wird.

Die Noctra die der Schwesternschaft der Schatten angehören haben, was die Kleidung betrifft noch wesentlich strengere Regeln.

Präsentieren sich Noctrissa in der Öffentlichkeit tragen sie ihre Kriegsgewandung. Diese besteht für gewöhnlich aus einer leichten Rüstung, welche aus schwarz gefärbtem Leder besteht und kunstvoll mit Eisen oder Gold beschlagen wird. Je nach dem Rang ihrer Trägerin.

Die Ranghöhe einer jeden Noctrissa kann an der Farbe ihrer leichten Rüstung erkannt werden. Novizinnen tragen ihre Rüstung in rot und schwarz. Wächterinnen tragen ihre Rüstungen in violett und schwarz und die Rüstung in nachtblau und schwarz zu tragen ist den Nachträcherinnen vorenthalten, die an der Spitze der Hierarchie stehen.

Zu festlichen Anlässen, an religiösen Feiertagen oder zum Mitternachtsgebet hingegen ist das Tragen der Rüstung wiederum streng verboten. Zu solcherlei Anlässen tragen die Noctrissa Kleider aus leichten Stoffen, ihres Ranges entsprechen gefärbt, die so geschneidert werden, das sie die Mondrunen auf keinen Fall verdecken.

Ihr Haar tragen die Kriegerinnen der Schwesternschaft stets offen. Hierbei handelt es sich um ein Zeichen der Verehrung Arleandras.

Auch Narben von Kampfverletzungen werden keinesfalls verdeckt. Sie sind ein Zeichen für Wagemut und Kampfeswillen.

Durch ihr große Lebensspanne altern die Noctra wie alle Nymphen langsamer. Mit etwa 30 Jahren erlangt ihr Körper den Zenit ihrer physischen Entwicklung und verweilt in diesem Stadium bis etwa zum 120 Lebensjahr. Erst dann beginnt für sie der Prozess des Alterns.

Steckbrief

  • Attribut: kriegerisch und magisch begabt        
  • Bonus: erhöhte Steigerung der Schwert Erfahrung    
  • Statur: feingliedrig, leicht muskulös, groß
  • Größe: 1,70m – 1,95m   
  • Alter: 150 Jahre bis maximal 165 Jahre
  • Hautfarbe: helle Haut
  • Haarfarbe: braun, schwarz, weiß
  • Augenfarbe: violett, dunkelrot, schwarz, grau

Das Wesen der Noctra

Noctra sind ein sehr gläubiges Volk, das nach strengen Regeln lebt. Die Einhaltung dieser Regeln ist jedoch in keiner Weise mit Zwang verbunden. Vielmehr ist es eine Frage der Ehre den Sitten, Regeln und Gebräuchen zu folgen und mit dem eigenen Handeln diesen zu entsprechen.

Jedoch steht es jedem Noctra frei mit diesen Regeln zu brechen und sich davon ab zu wenden. In den eigenen Reihen werden diese Noctra als Inundril bezeichnet, was so viel bedeutet wie “Einsamer Nachtfalter”. Ein passender Name, denn die Stimmen dieser Noctra werden in der Gesellschaft nicht mehr berücksichtigt, wenn gehaltvolle Entscheidungen getroffen werden müssen.

Zusätzlich zu ihrem starken Glauben und der Treue zu ihrem Volk sind Noctra sehr aufrichtig. Treffen sie auf Fremde, wirken sie auf diese manchmal wortkarg und in sich gekehrt. Dieser Eindruck täuscht jedoch, da es nicht in der Natur der Noctra liegt einfach darauf los zu reden. Aber auch wenn sie nicht viele Worte verlieren so kann ein jeder doch sicher sein, das ihm ein Noctra seine ehrliche und aufrichtige Meinung mitteilen wird.

Zudem sind Noctra sehr gebildet. Ohne Ausnahme lernen alle Kinder das Lesen, Schreiben und Konversation. Eignet sich ein Kind für die Aufnahme in die Schwesternschaft wird die Ausbildung wesentlich vertieft.

Eine andere Besonderheit der Noctra ist ihre enorme Widerstandsfähigkeit. Obwohl auch sie sehr feingliedrig sind, zerbrechlich und zierlich wirken, wie die anderen Völker der Nymphen, sind sie fähig großen körperlichen und auch seelischen Schmerz zu ertragen.

Diese Fähigkeit wird besonders während des Rituals der Mondrunen von ihnen gefordert. Für viele Vertreter anderer Völker ist es unvorstellbar, das die Noctra die entsetzlichen Schmerzen, die mit dem einbrennen der Mondrunen verbunden sind, aus freien Stücken und mit Freude auf sich nehmen. Selbst mit dem Wissen, das manche von ihnen das Ritual nicht überleben werden. 

Was den Kampf anbetrifft sind die Noctra umso hitziger. Ihre Kampfkunst ist schnell, intuitiv, tückisch und nutzt die Schwäche eines Gegners gnadenlos aus. Mitleid oder Gnade ist aus ihrer Sichtweise im Kampf unangebracht. Jeder Kampf ist ein Tanz mit dem Tod… wer fürchtet zu stolpern… sollte nicht zum Tanz auffordern.